Über Graphic Recording...
Graphic Recording ist eine Technik der sogenannten Visual Facilitation (etwa "visuelle Erleichterung"). Hierunter versteht man die visuelle Begleitung von Veranstaltungen. Ziel ist es, diese zeichnerisch zu übersetzen, um so Inhalte greifbarer zu machen und ein schnelleres Verstehen von Zusammenhängen zu ermöglichen. Obwohl Graphic Recording eine vergleichsweise junge Disziplin ist, gibt es viele Unterkategorien, deren ästhetische Sprachen sich voneinander unterscheiden. Die Begleitung von Workshops, Tagungen, Diskussionsveranstaltungen und anderen Events bietet viele Vorteile:

  • besseres Verständnis von Zusammenhängen
  • einprägsame Vermittlung von Wissen
  • Vorarbeit für nachfolgende Arbeitsschritte
  • anschauliche Evaluierung von Veranstaltungen

Kurzum: Bilder prägen sich leichter ein als reiner Text und diese Eigenschaft wird beim Graphic Recording ausgenutzt.

Meine Arbeit könnte man als "Live-Illustration" oder "Illustrative Begleitung" bezeichnen. Zumeist erstelle ich Einzelzeichnungen, durch die ich das Gesagte in eine Illustration übersetze. Diese Herangehensweise wird auch "Key Noting" genannt. Ich ziehe so viele Kernaussagen wie möglich aus der Diskussion oder dem Vortrag. Dabei können innerhalb von einer Stunde schon einmal dreißig Zeichnungen entstehen. Im Gegensatz zur bloßen Mitschrift machen meine Illustrationen neue Bedeutungsebenen auf, die im Sinne des Design Thinking nützlich für den Arbeitsprozess sind. Mit einer guten Portion zeichnerischen Humors hole ich auch die hinteren Plätze aus dem Nachmittagstief.

Weitere Möglichkeiten bieten meine Schnellzeichnungen zum Beispiel für die Produktentwicklung: In der Co-Creation oder in Insights-Workshops setze ich unter anderem erste Ideen für Verpackungsdesigns (packaging) um. Die entstandenen Skizzen ersparen meinen Kunden viel Arbeit und beugen Übersetzungsfehlern zwischen Proband*innen, der Marktforschung und Firmen vor.

Ich biete visuelle Begleitung an, ungebunden an Ort und zu verschiedensten Inhalten. Ich nutze je nach Anlass verschiedene Formate und Techniken. So wähle ich Großformate, wenn beispielsweise auf einer Flipchart der zeichnerische Prozess für alle sichtbar sein soll. Geht es eher darum, eine Gruppendiskussion im Nachhinein in Form einer zusammenfassenden Präsentation zu illustrieren, zeichne ich auf kleinem Format eher im Hintergrund mit. Meine Zeichnungen fertige ich–je nach Anlass bzw. Projekt–entweder auf Papier mit Stift und Aquarellfarben/Tusche, Markern oder digital auf dem Tablet an.